Die bösen Datensammler

 

Seit circa zwei Wochen haben die Medien (neben einer Hochzeit) nur noch ein Thema. Datenskandale. Journalisten, oft mit mangelnder Kenntnis der Materie, verunsichern die Benutzer technischer Spielzeuge. Teilweise sogar zurecht. Apple machte den Anfang. In einer Datei, consoludated.db, speichert Apple die Mobilfunkzellen, in die sich die Smartphones eingeloggt haben – samt Zeitstempel. Die Datei wird mit dem Sync des iPhones (oder 3G iPads) am Mac auf diesen übertragen. Nun haben Peter Warden and Alasdair Allen die bislang zumindest der allgemeinheit unbekannte Datei aufgespürt und ein kleines Tool geschrieben, welches die Daten visualisiert (iPhone Tracker – mehr Infos).

Als Nutzer von Google(Mail), Facebook und Co finde ich das speichern der Daten erstmal nicht besonders dramatisch. Ich habe bereits erwartet, dass meine Daten gespeichert und auch an Apple (und Co) gesendet werden. Und jeder andere User dieser Geräte und Dienste mit ein bisschen Verstand, kann sich das auch denken. Solange das Anonym geschieht können diese Daten durchaus dienlich sein, die Produkte die ich nutze zu verbessern.

Apple begründet den Einsatz damit, dass die Ortsbestimmung bestimmter Apps mit der Speicherung der Daten schneller abläuft und es klingt auch plausibel. Das erklärt aber nicht, warum seit dem Einsatz von iOS 4.0 auf dem iOS Gerät die Daten gespeichert werden und das Logfile nicht regelmäßig geleert wird. Apple will dies nun beheben.

Was mich stört ist, dass auf so eine Datei nicht explizit hingewiesen wird. Bei so einer doch weitreichenden “Datenbank” will ich doch zumindest informiert werden – und das nicht auf Seite 50 der Datenschutzerklärung (wo übrigens auch nichts zu dieser Datei steht).

Eine andere Meldung die durch die Medien ging ist der Hackerangriff auf das PlayStation Network kurz vor Ostern. Gut, kein System ist total Sicher. Das wissen wir spätestens seit dem Untergang der Titanic. Aber die Informationspolitik von Sony macht mich wirklich sauer. Es dauerte eine Woche, bis Sony bekannt gab, was da geschehen ist und dass man doch bitte mal seine Passwörter, falls woanders genutzt, ändern solle und auch ein Blick auf die Kreditkartenabrechnungen sei nicht ganz verkehrt. Noch länger brauchte der Konzern für die Entschuldigungsmail in welcher man noch einmal auf die Qualität der Services hinwies.

 

2011-04-19

Skynet geht heute online. Noch zwei Tage bis zum Judgement Day.

Das sollte mal erwähnt werden.

Anno continues

Es gibt eigentlich nur zwei Computer/Videospiele, welche mich über einen längeren Zeitraum begeistern können. Das waren bisher Anno und Siedler. In den vergangenen Jahren gab es eigentlich immer abwechselnd einen neuen Titel einer der beiden Reihen (inzwischen kommen beide von Ubisoft). Etwas aus dem Rhythmus (wohl wegen Siedler online) kommt im Winter nun der nächste Anno Nachfolger. Anno 2070. Sechzig Jahre weiter statt 400 Jahre zurück lautet der Tenor des Spiels. Was bisher bekannt ist, soll es wohl darum gehen, sich eine Zivilisation in der Zukunft aufzubauen (gut, das konnte man sich denken). Mit dabei ist der politische- und gesellschaftliche Dauerbrenner Klimawandel und Energieversorgung. Nutzbares Ackerland wird rar sein und so kann man sich ungefähr ausmalen, wo die Herausforderung im Spiel liegen wird. Viel mehr ist noch nicht bekannt.

 

Ich glaube dieser Schritt richtig. Zumindest ist das bisherige Konzept mit Siedlungen und Kontoren nicht mehr großartig ausbaufähig gewesen. Die Grafik wurde zwar von Version zu Version besser und es gab Detailveränderungen, aber ansonsten verschwammen die Grenzen zwischen den Titeln (und auch zwischen Anno und Siedler) immer mehr zu einem großen Einheitsbrei. So trennt man die beiden Produktreihen auch wieder von einander, was nicht schlecht sein muss. Erwartungen habe ich viele an den neuen Anno-Titel und ich hoffe, sie werden auch erfüllt. Details folgen, wenn ich es gespielt habe…

Ich weiß etwas, was du nicht weisst

Und zwar dass Sat.1 mit seinem Reload der “Wochenshow” sehr schnell baden gehen wird.

 

Vor allem in den 90ern waren Ingolf Lück, Anke Engelke, Bastian Pastewka und zuletzt auch Annette Frier sehr erfolgreich mit der Wochenshow. Bis auf erstgenanten haben eigentlich alle genannten ihren Weg gemacht und sind inzwischen recht erfolgreich. Da ihm nun doch langweilig wurde, hat er sich überlegt bei Sat.1 seine alte Show neu aufzulegen. Im Mai soll es losgehen. Auf dem Schleudersendeplatz, welcher bis vor wenigen Wochen von Oliver Pocher beansprucht wurde. Und als wenn das nicht schon genug wäre: die Show wird Parallel zur “heute show” im ZDF mit Oliver Welke laufen. Dieser hat sich mit seinem Format inzwischen etabliert und kann sich beinahe wöchentlich über zusätzliche Zuschauer freuen.

Auch wenn der Name “Wochenshow” in Deutschland keineswegs unbekannt ist und die Show um Ingolf Lück sicherlich viele Interessiert, kann ich mir kaum vorstellen, dass man auf diesem Sendeplatz große Erfolge feiern wird. Da kann das neue / alte Konzept der Show noch so toll sein.

Ist LTE die Zukunft?

 

Ich werde in circa drei Wochen umziehen. Leider ist unter meiner neuen Anschrift nur noch DSL 2000 verfügbar. Also hab ich mich mal mit dem Nachfolger des klassischen (V)DSL befasst. Die erste Hürde ist schnell überwunden. LTE , welches eigentlich bis zu 50.000 MBit/s übertragen kann, ist bei meiner neuen Anschrift im Ausbaugebiet der Telekom. Im Frühjahr soll es bei denen los gehen und man kann den neuen Tarif “Call & Surf via Funk” buchen. 39,95 EUR soll er kosten und beinhaltet Internet und Telefon-Flatrate. Kostet auf den ersten Blick also fünf Euro mehr als der aktuelle Standard Tarif der Telekom.

In der Praxis soll LTE vor allem dort ausgebaut werden, wo noch kein Breitband-Internet verfügbar ist. Dies ist sogar eine Auflage für die Aushändigung der Lizenzen der Bundesnetzagentur gewesen. Aus der Ausbaukarte von Vodafone kann man schließen, dass diese das auch umsetzen, da LTE besonders in ländlichen Gebieten verfügbar sein wird. Auch die Telekom scheint besonders dort auszubauen.

Zurück zu den Tarifen der Telekom. Eigentlich wäre ein solcher Anschluss für jeden Ideal, egal ob man nun eine ausgebaute (V)DSL Leitung hat oder nicht. Bei Umzug oder Reise kann man sein (schnelles) Internet mitnehmen. Nur bei der Telekom nicht. Die LTE-Tarife sind nur stationär Verfügbar. Auch schnell ist sehr relativ. Maximal 3.000 MBit/s sind verfügbar und die werden dann auch noch ziemlich schnell gedrosselt.
Bei Vodafone wird auch gedrosselt, aber die Kontingente sind größer. Auch schneller ist es bei Vodafone. Die möglichen bis zu 50 MBit/s sind hier verfügbar, kostet nur leider 30 EUR im Monat mehr.

LTE ist neu und sicherlich muss der Ausbau irgendwie finanziert werden. Eine Alternative für DSL ist es jedoch mit den aktuellen Modellen nicht.

Zurückpixeln

250.000 Haushalte haben ihre Wohnungen und Häuser bei Google StreetView verpixeln lassen. Klingt nicht viel, ist aber bei den paar Städten die da zu sehen sind doch ne Menge, was da unscharf über den Häuserfassaden schimmert. Das Thema ist ein alter Hut? Stimmt. Aber nun kommt Bewegung in die Sache. Nachdem die Mainstream-Medien das Interesse am Panikmachen gegen Google verloren haben (zumindest für den Moment), starten nun sogenannte Internetaktivisten eine Aktion, verpixeltes zurückzubringen. Obwohl Google die Daten angeblich für immer und ewig und sowieso unwiederbringlich gelöscht hat, gibt es eine Möglichkeit der grauen Suppe entgegenzuwirken.

findedaspixel.de – Hier kann man sich austauschen, wo es überall verpixelte Gebäude gibt. Im nächsten Schritt kann man dann bewaffnet mit einem Fotoapperat auf die Straße ziehen und Google helfen neue Bilder der Häuser machen. Nun noch das Foto bei (Googles) Internetdienst Panoramio hochladen, mit einem Geotag versehen und schon ist über der Pixelsuppe wieder ein (mehr oder weniger) schickes Foto zu sehen.

Die Große Karl-Theodor-Show auf Sat.1

Unterföhring, 13. Dezember 2010. Als erster deutscher Fernsehsender produziert SAT.1 eine komplette Talk-Sendung in Afghanistan. Johannes B. Kerner und sein Team begleiten Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg nach Afghanistan ins Camp der dort stationierten deutschen Soldaten. Das „Kerner Spezial“ wird am Montag in Mazar-e-Sharif aufgezeichnet.

„Kerner Spezial“ am 16. Dezember 2010 um 23.15 Uhr

(Quelle: Sat.1 Pressemitteilung)

Das Ganze wird gesponsert von diversen Haargel-Herstellern. Ziel der Aktion ist es, dass JBK auch mal wieder ein paar Zuschauer abbekommt. Und wenn er sich dafür ins lebensgefährliche Kriegsgebiet reisen muss, dann ist das so. Wer hätte gedacht, das man beim Bällchensender noch tiefer sinken kann…

Harry Potter und das Zelt im Wald – Teil 1

 

Copyright by Warner Bros.

Der Anfang vom Ende hat begonnen und während wieder Millionen in die Kinos pilgern um den nicht mehr ganz so jungen Zauberer dabei beobachten, das Unheil abzuwenden, begleitet einem ein sehr bitterer Beigeschmack. Der von frisch gedrucktem Geld, welches die Studiobosse gerade zählen. Die Tatsache, dass der Film geteilt wurde, macht auf mich nach dem ansehen des ersten Teils der “Heiligtümer des Todes” noch weniger Sinn als es bislang bereits der Fall war. Gut das Buch hat nicht unbedingt das Format eines Groschenromans, aber das hätte man dennoch eleganter lösen können.

Der Film beginnt düster wie nie. Es gibt keine humorvolle Einleitung bei den Dursleys (nicht dass es im Buch recht spaßig zuging, aber es waren doch mehr als die zwei Minuten, die es im Film zu sehen gab). Es wird sehr schnell ein Bild von Tod und Elend vermittelt. Es ist sofort klar, dass dies kein Kinderfilm ist. Dennoch sind die ersten Minuten der “Heiligtümer des Todes” recht gut umgesetzt und durchaus sehenswert. Doch das ändert sich in den Moment, in dem Hermine ein Campingzelt aus der Tasche zauberte. Fortan, vierzig lange Minuten, beobachten wir nur noch drei (teilweise auch zwei) Halbwüchsige, die im Wald sitzen und in die Luft starren.

Gut, im Buch ist es ähnlich beschrieben, aber es wirkt nicht so trist wie im Kinosaal. Vor allem wenn man sich vor Augen führt, dass wichtige Sachen bis auf ein radikales Minimum gekürzt wurden (Gellert Grindelwald) oder gar keine Beachtung fanden (Harrys Selbstzweifel vor dem großen Kampf gegen Voldemort). Hier hatte ich mehr erwartet.

Zum Ende hin wurde es wieder etwas interessanter. Harry hat nun die Waffe um die Horkruxe zu zerstören, Dobby wurde in einer recht bewegend umgesetzten Szene beigesetzt (an dieser Stelle übrigens meinen Dank, an die anderen Kinobesucher, die an dieser Stelle applaudiert haben… Volltrottel!) und Voldemort öffnet Dumbledors Grab. Szenen um den letzteren waren nebenbei bemerkt jene, die verhindert haben, dass dies die erste Kinovorstellung wird, die ich vor ihrem Ende verlasse.

Auch visuell gibt es nicht viel auszusetzen. Besonders das dargestellte Märchen und die Effekte mit Nagini waren sehr gut gemacht – beim Rest, also beim Zelten gab es hingegen kaum etwas visuell ansprechend umzusetzen.

Bleibt nun zu hoffen, dass dies wirklich nur eine sehr lange Einleitung für einen hoffentlich herausragenden zweiten (oder achten Teil, wie man es sieht) ist. Wie es weiter geht, sehen wir dann im Juli, ein übrigens überhaupt nicht zu Harry Potter passender Kinomonat.

Datensicherung am Mac bei Amazon mit Arq

 

Datensicherung und Backups sollten selbstverständlich sein. Heute mehr als früher. Die Tatsache, dass die ganze Musik, alle Dokumente und mehr einzig auf der Festplatte des Heimcomputer- oder Servers lagern ist zwar praktisch, aber auch ein Risiko. Als Nutzer des Apple Betriebssystems Mac OS nutze ich natürlich auch die darin enthaltene Time Machine. Man schließt hier eine externe Festplatte an den Mac an und dieser sichert zu Beginn den kompletten Mac (bis auf evtl. selbst definierte Ausnahmen). Wenn das geschehen ist, werden alle Dateien die sich verändern auf der externen Festplatte erneut gesichert.

Falls nun einzelne Dateien versehentlich gelöscht werden, bestimmte Dateien überschrieben werden oder aber ganze Teile bzw. das gesamte System/die Festplatte versagt, kann man diese Wiederherstellen. Sollte irgendwann die Backup-Festplatte voll sein, kann man diese austauschen und bei Seite legen oder für jede neue Datei eine alte löschen. Soweit zu der bekannten und verbreiteten Methode.

Aber was ist bei einem Brand oder dem Fall, dass sich ein Einbrecher in die eigenen vier Wände verirrt und widerrechtlich ein paar Gegenstände mitnimmt? Hier hilft diese Methode nicht mehr soviel.

Ich habe lange gesucht und fand verschiedene Methoden die Daten “in der Wolke” zu sichern – also auf externen Servern. Es gibt zahlreiche Serverdienste wo man ab ca. 5 US Dollar im Monat seinen Computer auf deren Servern sichern kann. Wirklich vertrauen konnte aber keines der Unternehmen vermitteln – was aber subjektive Meinungen von mir sind. Da frage ich mich zum Beispiel, was ist, wenn die Firma pleite geht oder deren Server abrauchen?

Nach einiger Suche bin ich auf Amazon Web Sercvices (AWS) gestoßen. Der Internetbuchhändler verkauft inzwischen nicht nur jeden erdenklichen Mist sondern stellt Unternehmen, Entwicklern und auch Privatpersonen Weblösungen zur Verfügung. Meine Augen haben besonders S3 (Simple Storage Service) fixiert. Hier kann man zu reicht günstigen Konditionen seine Dateien sichern. Grundgebühr fällt keine an, man zahlt lediglich für Traffic und benutzten Speicherplatz (-> Preise). Das Problem ist, dass man den Amazon Server nicht als Backupvolume in Apples Time Machine hinterlegen kann. Dafür gibt es aber ein sehr interessantes Programm. Arq (deutsch: Arche). Der Funktionsumfang ist praktisch identisch mit Apples Time Machine – mit dem Unterschied, dass die Daten, auf in meinem Fall irländischen, Servern gespeichert werden.

Dies ist kein Ersatz für die Time Machine von Apple. Aber eine sinnvolle Ergänzung. Eine Versicherung kann in oben genannten Ausnahmefällen viel Ersetzen, aber das “digitale Leben” nicht. Ob Amazons Server nun sicherer sind, als die der anderen Backupdienste, weiß ich nicht. Aber sie vermitteln ein gewisses Vertrauen, was ich von den anderen Services nicht erhalten würde. Ich werde Arq in Verbindung mit Amazon S3 in Zukunft als Zweitbackup neben der Time Machine nutzen und hoffentlich nie in Anspruch nehmen müssen.

Links zum Thema:
- Arq Software
- Amazon S3
- Einen Blogbeitrag über die genaue Funktionalität von Arq (da steht ziemlich genau das, was auch mein Eundruck ist – das muss ich nicht nochmal niederschreiben…)