Harry Potter und das Zelt im Wald – Teil 1

 

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Der Anfang vom Ende hat begonnen und während wieder Millionen in die Kinos pilgern um den nicht mehr ganz so jungen Zauberer dabei beobachten, das Unheil abzuwenden, begleitet einem ein sehr bitterer Beigeschmack. Der von frisch gedrucktem Geld, welches die Studiobosse gerade zählen. Die Tatsache, dass der Film geteilt wurde, macht auf mich nach dem ansehen des ersten Teils der „Heiligtümer des Todes“ noch weniger Sinn als es bislang bereits der Fall war. Gut das Buch hat nicht unbedingt das Format eines Groschenromans, aber das hätte man dennoch eleganter lösen können.

Der Film beginnt düster wie nie. Es gibt keine humorvolle Einleitung bei den Dursleys (nicht dass es im Buch recht spaßig zuging, aber es waren doch mehr als die zwei Minuten, die es im Film zu sehen gab). Es wird sehr schnell ein Bild von Tod und Elend vermittelt. Es ist sofort klar, dass dies kein Kinderfilm ist. Dennoch sind die ersten Minuten der „Heiligtümer des Todes“ recht gut umgesetzt und durchaus sehenswert. Doch das ändert sich in den Moment, in dem Hermine ein Campingzelt aus der Tasche zauberte. Fortan, vierzig lange Minuten, beobachten wir nur noch drei (teilweise auch zwei) Halbwüchsige, die im Wald sitzen und in die Luft starren.

Gut, im Buch ist es ähnlich beschrieben, aber es wirkt nicht so trist wie im Kinosaal. Vor allem wenn man sich vor Augen führt, dass wichtige Sachen bis auf ein radikales Minimum gekürzt wurden (Gellert Grindelwald) oder gar keine Beachtung fanden (Harrys Selbstzweifel vor dem großen Kampf gegen Voldemort). Hier hatte ich mehr erwartet.

Zum Ende hin wurde es wieder etwas interessanter. Harry hat nun die Waffe um die Horkruxe zu zerstören, Dobby wurde in einer recht bewegend umgesetzten Szene beigesetzt (an dieser Stelle übrigens meinen Dank, an die anderen Kinobesucher, die an dieser Stelle applaudiert haben… Volltrottel!) und Voldemort öffnet Dumbledors Grab. Szenen um den letzteren waren nebenbei bemerkt jene, die verhindert haben, dass dies die erste Kinovorstellung wird, die ich vor ihrem Ende verlasse.

Auch visuell gibt es nicht viel auszusetzen. Besonders das dargestellte Märchen und die Effekte mit Nagini waren sehr gut gemacht – beim Rest, also beim Zelten gab es hingegen kaum etwas visuell ansprechend umzusetzen.

Bleibt nun zu hoffen, dass dies wirklich nur eine sehr lange Einleitung für einen hoffentlich herausragenden zweiten (oder achten Teil, wie man es sieht) ist. Wie es weiter geht, sehen wir dann im Juli, ein übrigens überhaupt nicht zu Harry Potter passender Kinomonat.