Die Rettung ist da!

Die Medienbranche ist nun auch in Deutschland gerettet. Das iPad wird ab heute ausgeliefert und liegt ab morgen auch bei uns in den Apple Stores. Puh. Dann kann BILD ja jetzt aufhören sich über die öffentlich Rechtlichen Sendeanstalten zu beschweren, denn im Gegensatz zu denen ist ja heute auch das nette Boulevardblättchen auf dem iPad erschienen (Von der befürchteten Tagesschau-App fehlt noch jede Spur).

Mit der iKosk App kann man sich nun nämlich sehr komfortabel zoombare(!!) PDFs von Springers Presseerzeugnissen aufs iPad abonnieren (BILD, Welt, Welt Kompakt, Welt am Sonntag, Berliner Morgenpost, Hamburger Abendblatt, AutoBild, SportBild, ComputerBild). Auch der SPEIEGEL, welcher in einem Artikel der aktuellen Ausgabe noch bemängelt, dass viele Verlage die Möglichkeiten des iPad nicht ausnutzen und einfach nur bereits vorhanden PDFs der bekannten Ausgaben in einen Reader packen, veröffentlichte nun seine iPad App. Bis auf die Tatsache, dass das Ganze natürlich entsprechend größer ist, ist sie genauso wie auf dem iPhone und nutzt ebenfalls keinerlei Möglichkeiten der Flunder aus. Für 3,99 EUR (19 Cent mehr als die Print Ausgabe) erhält man ebendiese auf dem iPad. Auch das Wirtschaftsmagazin brand eins macht es wie die anderen und veröffentlicht seine PDFs in einer eigenen App.

Der FOCUS verzichtet bis Dato komplett auf die Digitalisierung seines Wochenmagazins auf den Apple Computer. Stattdessen gibt es erstmal eine Focus-Online App, welche die Inhalte des eigenen Webportals, zugegeben recht ansprechend, auf das iPad bringt.

Aber es geht auch anders. Das hat erneut der Springer Verlag mit „Die Welt HD“ gezeigt. Auch wenn es sich über die Inhalte streiten lässt, kann man mit dieser App (zur Zeit noch kostenlos) ansprechend wie eine Tageszeitung aufbereitete Artikel aus verschiedenen Ressorts ansehen. Die digitale Ausgabe der Welt wird mehrmals täglich aktualisiert. Einzig die Anzahl der Artikel ist hier noch etwas begrenzt (wenn auch nicht so schlimm wie bei Apples Vorzeige App, der New York Times).

Derselbe Verlag hat nun auch sein eigens für das iPad entwickelte Magazin veröffentlicht. THE ICONIST soll vier mal im Jahr erschienen und 4,99 EUR kosten. Was genau das Lifestyle-Magazin für eine Botschaft vermitteln will, ist mir aber noch nicht ganz schlüssig.

Es geht aber noch eine Stufe besser. Das hat amerikanische Technikmagazin WIRED hat eine iPad-App veröffentlicht, die zeigt, dass man das Gerät nicht nur als PDF Reader benutzen kann. Videos und Animationen sind perfekt in den Text integriert. Die Navigation ist intuitiv und sehr praktisch. Selbst erste Werbekunden nutzen diese Vorteile in den Anzeigen. Hier können die deutschen sich definitiv noch eine Scheibe von abschneiden.

Animation in einem Artikel der WIRED

Apple hat seinen Teil dazu beigetragen die Medienindustrie zu retten und das iPad veröffentlicht. Die Kunden tun ihren Teil und kaufen es wie blöd (Gerüchten zufolge 200.000 Stück am Tag). Jetzt müssen aber auch die Zeitungsleute ihren Teil dazu beitragen.