Filmkritik: AVATAR- Aufbruch nach Pandora

Die Menschen haben es im 22. Jahrhundert endlich geschafft der Erde ihrer Rohstoffe komplett zu berauben. Glücklicherweise ist die Raumfahrt so weit fortgeschritten, dass man sich diese auf anderen Planeten besorgen kann. Unter der Führung des Colonel Quartich (Stephen Lang) wird nun auf dem Planeten Pandora überlegt, wie man an einen sehr rentablen Rohstoff gelangen kann. Dessen Hauptvorkommen befindet sich nur leider unter einem von den Eingeborenen Na-™vi verehrten -žheiligen“ Baum.

Unter Leitung der Wissenschaftlerin Dr. Grace Augustine (Sigourney Weaver) wird versucht eine friedliche Lösung mit den Na-™vi zu finden. Die Menschen haben sich sogar deren lokalen Gegebenheiten angepasst. Es wurde das Avatar-Programm ins Leben gerufen. Hier wird sozusagen ein Klon eines Menschen erschaffen, der jedoch äußerlich mit den Eigenschaften der Na-™vi übereinstimmt. Der sogenannte Avatar hat kein eigenes Bewusstsein. Er wird von seinem menschlichen Vorbild gesteuert. Doch auch hier scheitern alle Versuche.

Als der Zwillingsbruder von Jake Sully (Sam Worthington) stirbt, übernimmt der Querschnittsgelähmte Jake dessen Rolle. Völlig unvorbereitet wird er in einem Fünfjahres-Flug nach Pandora gebracht. Jake ist schnell begeistert von der Mission, nicht zuletzt, weil er sich in die Na-™vi Neytiri (Zoë Saldaña), der Häuptlingstochter eines der Clans verliebt. Jake freundet sich mit dem Clan an und wird als Mitglied anerkannt. Eine große Chance für den Colonel, mehr Informationen für seinen Militärschlag gegen die Na-™vi zu sammeln. Jakes Versuche, die Eingeborenen friedlich umzusiedeln dauern zu lange. Der Colonel rollt mit schweren Waffen an um die Na-™vi notfalls auch mit Gewalt von dem Rohstoffvorkommen zu vertreiben. Es folgt ein Kampf mit Kampfhubschrauber und C4 gegen Pfeil und Bogen…

Über diesen Film wurde im Vorfeld so viel berichtet, dass ich mich ernsthaft fragen musste, ob ich ihn mir noch ansehen muss. Es war eh alles bekannt. Und doch bin ich ins Kino gegangen um mal zu schauen, ob Cameron es geschafft hat neue Maßstäbe zu setzen und das Medium neu erfindet.

Die aus den zahlreichen Trailern bekannten Szenen wurden im Großen und Ganzen in den ersten 20 Minuten abgehandelt (der Film hat eine Gesamtlänge von 161 Minuten!). Danach folgt eine klassische Cowboy gegen Indianer Story gepaart mit viel Liebe zum Detail. Auch politische Akzente erkennt man, dominieren das Gesamtbild jedoch nicht (mal von der Botschaft, der Mensch sei an allem Schuld). Am interssantesten war jedoch der Zwiespalt, in dem sich Jake Sully befand: was ist Realität und was Traumwelt.

Die 3D Effekte sind nicht besser, als bei anderen Filmen in diesem Jahr (-žUp“), aber runden das Erlebnis im Dschungel sehr gut ab. Überall fliegt etwas herum, kriecht auf dem Boden, leuchet etwas oder sieht einfach nur perfekt aus. Irgendwie sieht alles perfekt aus. Jeder Zentimeter der Leinwand ist am Computer bearbeitet und wirkt wie aus einem Guss. Lediglich bei den schnellen Szenen (Na-™vi wird von wildem Dinosaurier verfolgt), wird es leicht ungenau und man hat Mühe dem detaillierten Geschehen zu folgen.

In den letzten Minuten setzt der Film dann noch mal eins drauf, und liefert die Action nach, die der eine oder andere vielleicht bislang vermisst hat. Es wird kaputt gemacht was das Zeug hält (selbst Emmerich wird hier begeistert sein) und doch gibt es weiterhin Story.

Der neue Maßstab wurde nicht gesetzt, aber dennoch kommt im Film keine Langeweile auf. Die Story ist klassisch, aber doch sehr gut Erzählt. Die Effekte runden das Bild ab. Ein sehr schöner Abschluss für ein recht gutes Kinojahr 2009!

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  • Sehr gut gesagt. Der Film ist echt ein schöner Abschluss für das Kinojahr 2009. Danke für den tollen Artikel!