Filmkritik: 2012

2012

2009. Der Wissenschaftler Dr. Satnam Tsurutani entdeckt in Indien in einer alten Kupfermine, dass sich der Erdkern drastisch erwärmt. Dies sind die Auswirkungen einer bisher nie da gewesenen Sonneneruption, welche ein ungewöhnlich hohes Maß an Neutrinos auf den Erdkern schleuderte. Berechnungen ergeben, dass der Erdkern sein kritisches Niveau im Dezember 2012 erreicht, wie von den alten Maya vorausgesagt. An diesem Zeitpunkt wird es auf der ganzen Erde Vulkanausbrüche, Erdrisse und Flutwellen geben. Der Planet wird unbewohnbar. Dr. Tsurutani informiert sofort seinen Freund Adrian Helmsley, welcher im Weißen Haus als wissenschaftlicher Berater arbeitet. Es werden die Mitglieder der G8 informiert und ein Notfallplan wird in den darauffolgenden Jahren erstellt.

Roland Emmerich hat ein gewaltiges Problem. Sein Problem ist so groß, dass er sich in scheinbar jeder freien Minute seines Lebens schlimme Naturkatastrophen ausmalt. Glücklicherweise kompensiert er diese Fantasien in sehr teueren Hollywoodproduktionen. Nach -žIndependence Day“ und -žThe Day After Tomorrow“ hat er mit -ž2012″ seinen dritten apokalyptischen Film produziert. Die Zerstörung in den beiden Vorgängern reichte wohl noch nicht aus. Und Emmerich hat es tatsächlich geschafft noch mehr kaputt zu machen. Buchstäblich der ganze Planet bricht auseinander oder wird überflutet.

Zu nutze macht sich Emmerich eine Vorraussagung aus dem Maya Kalender, welche zumindest vom Datum her korrekt ist. Was jedoch an den Haaren herbeigezogen ist, sind die Neutrinos, welche den Erdkern zum kochen bringen. Es gibt noch weitere Logiklöcher, aber man kann durch das Gesamterlebnis des Films sehr leicht darüber hinweg sehen. Es geht auch nicht darum, dass erstmal ein Wissenschaftler Überzeugungsarbeit leisten muss um vor der bevorstehenden Apokalypse zu warnen. Dies wird sehr schön in einer kurzen Einleitung abgehandelt. Es dauert bis zu den ersten Rissen im Asphalt nicht sehr lange. Gefolgt von einigen Erdbeben gibt es schnell neue Canyons in den Staaten. Doch Zeit um diese zu kartographieren gibt es nicht. Vulkane im Yellowstone Nationalpark kochen über, Los Angeles sinkt in den Pazifik und damit ist das unheil perfekt. Die Trickkiste der Special-Effects-Abteilung ist wie ein bodenloses Fass. Nur selten (zum Beispiel beim Erdbeben in L.A.) wirken diese unrealistisch. An der CGI-Ware dieses Films müssen sich andere sehr lange messen.

Im Film gibt es zwei größere Protagonisten. Einmal der Wissenschaftler Adrian Helmsley (Chiwetel Ejiofor)), welcher im Weißen Haus dafür kämpft, dass die Menschen erfahren, dass ihr Tod unmittelbar bevorsteht und gegen seinen Boss Carl Anheuser (Oliver Platt) ankämpfen muss. Daneben gibt es noch John Cusack in der Rolle des Jackson Curtis. Der (geschiedene und) erfolglose Schriftsteller versucht alles um Ex-Frau, Kinder und Nebenbuhler vor dem Holocaust zu retten.
Die Story klingt sehr klischeehaft und das ist sie auch -“ aber das macht nichts. Der Film bleibt bis zum Ende (nach immerhin 158 Minuten) spannend.

Das heißt aber nicht, dass der Film perfekt ist. Die Menschen im Film (darunter auch Hauptfiguren) sterben wie die Fliegen. Doch es will einfach keine Dramatik oder gar Mitgefühl aufkommen. Eine Schwäche, unter welcher -žThe Day After Tomorrow“ bereits leiden musste.

Insgesamt ein toller Katastrophen-Film welcher ein toller Start für eine Gerüchten zufolge geplante TV-Serie im Jahr 2013 wäre. Hier kann man dann zeigen, wie alles wieder aufgebaut wird -“ kaputt gemacht wurde ja nun auch reichlich.