Star Trek XI Filmkritik

Achtung, Spoiler!

6588Mit viel Skepsis habe ich wie viele andere Trekkies vor einiger Zeit vernommen, dass J.J. Abrams Star Trek XI produzieren wird. Schließlich macht er selber keinen Hehl darum, dass er Star Trek bisher nur am Rande erlebt habe. Die nächste Hiobsbotschaft war, das der Film von der TOS-Crew handeln soll, also wie Enterprise weit vor dem -žTNG-Jahrhundert“ angesiedelt. Funktioniert dies? Schließlich ist Enterprise nicht ohne Grund eingestellt worden.

Nun läuft der Film in den Kinos und alle Befürchtungen waren unbegründet. Der Film wurde zurecht von den Vorabkritikern gelobt.

Der Film beginnt damit, dass der Romulaner Nero mit seinem mit Borg-Technologie veränderten Bohrschiff in die Vergangenheit reist. Die USS Kelvin stellt Neros erstes Ziel dar. Dabei übernimmt George Kirk, James T. Kirks Vater das Kommando des Föderationsschiffs für zwölf Minuten und rettet seine Crew und Familie. Er selber opfert sich zusammen mit der USS Kelvin.

Jahre später beginnt Jim Kirk als Kadett auf der Akademie der Sternenflotte seine Ausbildung. Dabei -“ und im Laufe des gesamten Films -“ trifft er auf seine zukünftige Crew. Pille, Uhura, Sulu, Checkov, Scotty und natürlich Spock. Kirk lässt dabei keine Möglichkeit ungenutzt sich vor allem bei seinem Ausbilder und 1. Offizier der Enterprise unbeliebt zu machen, z.B. beim Kobayashimaru Test zu betrügen.

Nach drei Jahren muss die Ausbildung aber unterbrochen werden, da die Enterprise, dessen Crew großteils aus Kadetten besteht, nach Vulcan gerufen wird. Nero will den Planeten auslöschen. Der Romulaner denkt, die Föderation sei für die Vernichtung Romulus-™ in der Zukunft verantwortlich.

Durch die Zeitreise von Nero (und Spock) in die Vergangenheit wurde eine neue Zeitlinie geschaffen. J.J. Abrams hat hier sein eigenes Star Trek Universum geschaffen. Dadurch wird niemand verärgert, weil bestimmte Fakten (z.B. die Dienstjahre von Kirk auf der USS Farragut) einfach weggelassen werden. Davon abgesehen war es doch etwas unrealistisch, dass Kirk nach nur drei Jahren Ausbildung zum Captain ernannt wird. Aber kleine Ungereimtheiten sind wohl unvermeidbar.

Aber eine passende Handlung nützt nichts, wenn es keine passenden Schauspieler für die doch sehr geprägten Charaktere gibt. Und die gibt es. Jeder, von Chris Pine über Zoe Saldana bis hin zu Zachary Quinto ist auf seine Rolle praktisch zugeschnitten. Es gibt neue Beziehungen und bisher unbekannte Emotionen. Kirk und Co. als gestandene und integere Offiziere kennen wir bereits. Es war Zeit, hinter die Fassade der Charaktere zu blicken -“ und damit ist nicht nur Spock gemeint.

Wer hätte denn vor 40 Jahren schon eine Beziehung zwischen Spock und Uhura für möglich gehalten?

Aber auch die böse Seite, Nero, sollte nicht vergessen werden. Der Charakter stellt im Film eher eine Nebenfigur dar (anders als Shinzon in Nemesis) und es wird sich mehr auf das Kennenlernen der doch eigentlich bekannten Personen konzentriert, doch sehenswert sind die Szenen mit ihm auf jeden Fall. Denn die Taten Neros sprechen auf jeden Fall für sich und kommen sehr unerwartet. Die perfekte Abrundung für einen spannenden Film, der sich auch durch faszinierende Raumschlachten auszeichnet! Da der Informationsgehalt über Neros Motive im Film eher etwas bescheiden ist, werden Fans hier wohl auf -ždie Vorgeschichte“ zum Film greifen müssen. Im Comic Star Trek Countdown wird in vier Kapiteln beschrieben, wie es dazu kam, dass Romulus in der Zukunft zerstört wurde und mehr darüber, weshalb der Spock des 24. Jahrhunderts in die Sache involviert ist.

Es ist modern und anders, aber als Trekkie findet man -žsein“ Star Trek auf jeden Fall in der stylisch etwas veränderten Enterprise wieder. Wir dachten das 23. Jahrhundert ist mit seinen 3 Serienstaffeln und 6 Filmen ausgiebig erforscht? Falsch, es gibt soviel Potential wie nie um die Galaxie zu erforschen.